Konzept-Findung
Als wir in den Jahren 1989–91 nach neuen Wegen der Fortführung der Kindertagesstätte auf der Hans-Otto-Straße suchten, standen wir einer Vielzahl von pädagogischen Richtungen und Modellen gegenüber.
Von der Konzeptfindung bis zur Modellkonzeption in der Bambini-Oase
Entscheidend für unsere weitere Arbeit waren die Ausstellung »100 Sprachen hat das Kind« im FEZ im Jahr 1991, und nicht zuletzt die persönliche Begegnung mit Prof. Luis Malaguzzi, dem Initiator der Reggio-Pädagogik auf der Fachtagung.
Wir waren beeindruckt von der Ausdrucksstärke der Werke der Kinder und konnten uns voll mit den Ideen, die andere Sichtweise das Kind betreffend, identifizieren.
Wir wünschten für unsere Kinder eine gesellschafts- und realitätsorientierte Pädagogik, die den Zeiten, Bedürfnissen und Interessen entsprechend veränderbar ist, sich also immer am jeweiligen Kind orientiert und nicht das Kind dem Konzept oder der Pädagogik anpasst.
Diese Ziele liegen der Reggio-Pädagogik zugrunde.
Erste Schritte
Kontinuierlich schulten wir unser Wissen und erwarben Kenntnisse und Erfahrungen.
Beginnend in einer Kindergruppe, nahmen wir räumliche Veränderungen vor, gestalteten Mobiliar und Inventar nach Reggio-Gedanken um und richteten unser Materialangebot danach aus.
Wir erweiterten gezielt unsere Arbeit auf das gesamte Haus.
Modell-Konzept
1998 verabredeten wir mit dem Fachamt, eine Modellkonzeption für den Bezirk zu erarbeiten. So entstand unsere Modellkonzeption Reggio-Pädagogik in unserer Kita »Bambini-Oase« im Prenzlauer Berg, unter Betrachtung der Spezifik des Hauses und des konkreten Umfeldes. Unsere Modellkonzeption kann als offene Rahmenkonzeption dienen, die einen Einblick in unsere Arbeit gibt. Konkret bedeutet dies für uns, dass wir in Anlehnung an die Reggio-Pädagogik arbeiten.
Keinesfalls wollen wir ein starres Programm aufstellen und die Reggio-Pädagogik in Italien kopieren, sondern unter gegebenen Bedingungen, mit unserer besonderen Geschichte, mit den Möglichkeiten, welche die Reggio-Pädagogik bietet, für uns bedeutsame und mögliche kindzentrierte Modelle übernehmen und diese für unsere Kinder nutzen.
Unsere pädagogische Arbeit ist daher strukturell so entwickelt, dass sie den Möglichkeiten des kindlichen Lernens Raum gibt und förderlich ist für eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern, auch bei der Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts.
Umsetzung
Hierbei können wir bereits auf eigene Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit der Reggio-Pädagogik zurückgreifen und orientieren uns an ihren Erkenntnissen zu dem entwickelten Bild vom Kind.
Die veränderten Anforderungen, die sich im Zuge der gesellschaftlichen Umgestaltung in den letzten Jahren ergeben haben und die damit verbundene Betrachtung des Sozialraumes blieben hierbei nicht unberücksichtigt.
Weiterentwicklung
Nach erfolgter Fusion der Kitas »Bambini-Oase« und »Rappelkiste« wirkte das gesamte Team beider Häuser an der neuen Strukturierung mit. Um den Fusions- und gegenseitigen Lernprozess weiterzuentwickeln, fand bereits im ersten gemeinsamen Kitajahr im August 2003 ein erster Austausch der Erzieherinnen gemeinsam mit ihren Kindern in das jeweilig andere Haus statt. Beide vorhandenen Konzeptionen hatten Einfluss auf die Entstehung einer neuen gemeinsamen Hauskonzeption.
Während des Fusionsgeschehens hat sich das Team der Hans-Otto-Straße 40 a der Reggio-Pädagogik geöffnet. Hierzu gab es bereits Informations- und Fortbildungsveranstaltungen in einzelnen Gruppen bzw. durch das Kita-Beraterteam.